Theresia Janisch und Maria Sammwald kennen sich bereits seit ihrem fünften Lebensjahr. Gemeinsam besuchten sie die Volksschule Riegersburg, waren Nachbarinnen und eng befreundet. Bis Frau Janisch 1958 heiratete und wegzog. „Bis dahin waren wir gute Freundinnen. Aber ich ging dann weg und sah sie etliche Jahre nicht“, erinnert sich Frau Janisch. Ganz aus den Augen verloren haben sich die beiden jedoch nie. Über all die Jahre blieben sie telefonisch in Kontakt und erkundigten sich regelmäßig, wie es der jeweils anderen ging – zunächst direkt, später auch über den Ehemann von Frau Sammwald. Seit 2015 hatten sich die beiden Freundinnen allerdings nicht mehr persönlich gesehen. Umso größer war die Freude, als sie sich nun im SeneCura St. Margarethen wiedertrafen. „Als ich hier eingezogen bin, wusste ich, dass Maria da sein wird! Ich habe mich sehr gefreut, sie wiederzusehen – und Maria sich auch“, erzählt Frau Janisch lachend. Natürlich wurden die beiden kurzerhand zu Tischnachbarinnen gemacht. Seitdem gibt es viel zu erzählen und zahlreiche gemeinsame Erinnerungen aufzufrischen.
Eine besondere Überraschung hatte Frau Janisch ebenfalls mitgebracht: ein altes Foto aus ihrer gemeinsamen Kindheit. Maria erkannte es sofort wieder – sogar Frau Janischs Cousins und Cousinen, die ebenfalls darauf zu sehen sind. Beim gemeinsamen Betrachten wurden viele Erinnerungen an ihre Kindheit wach, als die beiden noch die kleine „Reserl“ und „Mitzerl“ waren. Beide waren gute und fleißige Schülerinnen. Der Schulweg hatte es allerdings in sich: Mehr als eine Stunde waren die Mädchen unterwegs. „Am Anfang hatten wir sogar vormittags und nachmittags Unterricht. Wenn wir nach Hause kamen, war es oft schon dunkel“, erzählen die beiden. Auch Schnee und schlechtes Wetter gehörten zum Alltag. Ihre Schulzeit fiel zudem in die Kriegsjahre. „Wir hatten nicht das Gewand und die Schuhe, die wir heute haben. Wenn es Fliegeralarm gab, gingen wir am Bach entlang, damit man uns von oben nicht sehen konnte. Oft mussten wir auch lange im Keller bleiben“, erinnern sich die beiden. Doch neben all den schwierigen Erlebnissen gab es auch jede Menge Abenteuer und Streiche. „Wir sind durch Fenster und auf Bäume geklettert, haben auf den Ästen hin und her geschaukelt und uns gerne im Wald versteckt, damit uns alle suchen mussten. Wir waren wie Buben – richtige Lausmadeln! Reserl hatte Rollen im Haar, ich trug Zöpfe, aber Mascherl hatten wir beide“, erzählt Frau Sammwald kichernd.
Beim Zuhören gewinnt man schnell den Eindruck, dass ein kleines Stück dieser fröhlichen „Lausmadeln“ auch nach all den Jahrzehnten in den beiden Frauen erhalten geblieben ist. Umso schöner, dass ihre Wege nach so langer Zeit wieder zusammengeführt wurden und sie nun im SeneCura viele gemeinsame Erinnerungen teilen und neue Geschichten sammeln können. Wir wünschen den beiden noch viele schöne Plauderstunden, gemeinsames Lachen und viele weitere Erinnerungen, die sie miteinander teilen können.